Uefa regt sich gegen Infantinos Investorenpläne auf – Boykott im Gespräch

Der europäische Fußballverband Uefa hat zu einem Notfalltreffen einberufen, um gegen die ehrgeizigen Pläne des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino Stellung zu beziehen. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein milliardenschweres Vorhaben, das die Vermarktung von Anteilen an der Fußball-Weltmeisterschaft an externe Investoren vorsieht.
Infantino verfolgt damit ein groß angelegtes Konzept zur Finanzierung zukünftiger WM-Turniere durch Private-Equity-Investitionen. Die Uefa lehnt diesen Kurs jedoch entschieden ab und versucht nun durch das Notfalltreffen, ihre Positionen zu koordinieren und Druck auf den Fifa-Präsidenten auszuüben.
Die Widerstandskräfte innerhalb Europas sind stark: Berichten zufolge wird in Brüssel sogar ernsthaft über einen möglichen Boykott der nächsten Weltmeisterschaft diskutiert. Damit würde der europäische Verband ein drastisches Druckmittel einsetzen, um Infantinos Milliardenplan zu stoppen oder grundlegend zu überarbeiten.
Die Frage nach Europas Einflussmöglichkeiten innerhalb der globalen Fußball-Strukturen stellt sich dabei neu. Die Auseinandersetzung offenbart tiefe Gräben zwischen traditionellen Machthabern und neuen Kapitalinteressen im internationalen Fußball.
Quelle: www.spiegel.de

